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An allen Enden steigen die Kosten. Fast reflexartig denken wir „Kosten senken!“. Aber dann würden wir Kundennutzen und Mitarbeiter kaputtsparen. Wer zu stark auf die Bremse tritt, blockiert und verliert die Kontrolle. Das Unternehmen hat kein ABS.

Darum gilt es: Jetzt rechtzeitig die Produktivität nach oben bringen, um aus dem Würgegriff der Kostenexplosionen zu kommen. In den vergangenen Jahren stand Wachstum im Vordergrund. Die Produktivität war in den Hintergrund gerückt. Das rächt sich jetzt. Produktivität steigern heißt Prozesse verbessern.

Strategie – Produktivität – Liquidität

Wenn dem Unternehmen die Luft knapp wird, dann sehen Experten immer wieder drei Schritte einer Abwärtsbewegung: Zuerst steuert das Unternehmen durch eine Strategiekrise. Es bedient nicht die Zielgruppen der Zukunft und deren Engpässe. Die Strategiekrise merken Unternehmen oft gar nicht, denn sie verdienen ja Geld mit den aktuellen Kunden.

Auch die dann folgende Produktivitätskrise können Unternehmen häufig noch ausblenden. Weil der Markt gut läuft, fallen schleichende Kostensteigerungen nicht so sehr ins Gewicht. Wenn aber externe Faktoren wie explodierende Energiekosten zuschlagen, rutscht das Unternehmen in die Liquiditätskrise. Dann heißt es nur noch „Kosten senken!“

In der Liquiditätskrise helfen meist nur noch drastische Sparprogramme – ohne Rücksicht auf Mitarbeiter oder Kundennutzen. Für eine Steigerung der Produktivität ist es dann meist zu spät. Denn dafür wären Reserven notwendig.

Selbstverwaltung statt Kundenkontakt?

Ein gutes Beispiel für rechtzeitiges Produktivitätsmanagement habe ich in einem Unternehmen für technischen Service erlebt. In der Vergangenheit hatten die Mitarbeiter in der Kundenbetreuung immer wieder ihre Kunden besucht und auf diese Weise Aufträge für Wartungen und Reparaturen herbeigeschafft. Aber für diese Akquise war immer weniger Luft, weil die Verwaltung der aktuellen Aufträge immer mehr Zeit in Anspruch nahm.

Nun geht das Unternehmen daran, den Auftragsprozess zu digitalisieren und zu verschlanken. So bekommen die Leute wieder freie Kapazität für die Kundenpflege und sind trotz steigender Kosten dem Wettbewerb voraus.

Ohne Badehose im Wasser

Für das Produktivitätsmanagement gilt der bekannte Spruch von Warren Buffet: „Bei Ebbe sieht man, wer ohne Badehose schwimmt.“ Solange die gute Marktlage den Bauch umspült, kann man über mangelnde Produktivität hinwegsehen. Aber wehe, die Rahmenbedingungen ändern sich.

Produktivität steigern vor Kosten senken

Produktivität steigern kommt also vor Kosten senken. Bevor wir in eine Liquiditätskrise rutschen, packen wir unsere Prozesse an. Aber auf der anderen Seite gilt auch: Mit der falschen Strategie helfen die besten Prozesse nichts.  Darum gehört für mich ein Strategiecheck zu jedem Optimierungsprojekt für Organisation und Prozesse.

Prozesse auf Vordermann bringen

Die Produktivitätsmängel von Unternehmen liegen nach meiner Erfahrung selten in der unmittelbaren Leistungserbringung. Allerdings zieht das Handling des gesamten Leistungsprozesses vom Auftragseingang bis zur Zahlung an den Ressourcen. Hier improvisieren viele Unternehmen noch recht umständlich und wenig digital. In den meisten Fällen können wir hier den größten Hebel für die Produktivität bewegen.

Wer sich für externe Krisen wappnen will, sollte also nicht primär die Kosten senken, sondern seine Kernprozesse auf Vordermann bringen. Kontaktieren Sie mich, wenn Sie dabei Hilfe wünschen.

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