Dr. Rainer Feldbrügge │ Organisationsberater │ +49 (0) 175 248 35 42rf@feldbruegge.eu

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Mein neues Buch ist in der Zielgeraden. „Systemisches Prozessmanagement – Unternehmen digitalisieren. Teams mobilisieren.“ Das Buch erscheint am 1. Oktober in der Reihe „Systemisches Management“ beim Verlag Schäffer-Poeschel. Aktuell schauen einige Beraterkolleg:innen über den Text und geben mir fachliche Rückmeldung. Danach schließe ich den Text ab und sende ihn pünktlich zu Ostern an den Verlag. Dort bekommt er dann den letzten Schliff von einer Lektor:in. Ich bin gespannt auf Ihre Reaktionen. Demnächst werde ich auch Bestellungen für das Buch entgegennehmen.

Worum geht es in dem Buch?

Digitale Projekte laufen aus dem Ruder

In Projekten begegnen mir immer wieder ähnliche Erfahrungen von Unternehmen mit Prozessmanagement und Digitalisierung: Da laufen IT-Projekte aus dem Ruder, weil sie länger dauern, teurer werden und sich am Ende zeigt, dass hochgesteckte Erwartungen nicht erfüllt werden.

Ähnlich sieht es mit dem Prozessmanagement aus: Da werden mit großem Aufwand Prozesse modelliert, freigegeben und veröffentlicht, aber im Alltag gelten dann doch ganz andere Regeln. Es werden regelmäßig Kennzahlen erhoben, verdichtet und reported, die aber niemanden interessieren oder keine Folgen haben. Prozessmanagement-Projekte sind häufig Kennzahlentheater. Projekte beschäftigen sich viel mit sich selbst, die Verantwortlichen in der Linie nehmen die Impulse aber sehr wenig war. Viel zu oft werden Projekte abgebrochen, weil irgendwann das Budget ausläuft und der erwartete Nutzen fehlt.

Analoge Kultur unter der Oberfläche

Auf offener Bühne geht es im Projekt rational und strukturiert ab – aber man spürt, dass dahinter Kräfte wirken, die mit Prozessen nicht zu erreichen sind. Wer mit seinem Projekt nicht Schiffbruch leiden will, sollte diese Kräfte unter der Oberfläche kennen und verstehen.

Das Buch handelt darum nicht einfach von Methoden des Prozessmanagement, von Kennzahlen und Optimierungen. Es erklärt vielmehr, warum die Kultur anders tickt als der Takt der Prozesse. Dazu schauen wir auf den Wettbewerb zwischen Prozessen und anderen Konstrukten, die das Unternehmen prägen. Wir fragen nach der Funktion von Prozessen für Führung und Verantwortung, nach Wegen für einen Ausgleich zwischen den Bedürfnissen von Individuen und Organisationen und danach, wie Organisationen lernen können.

Kultur verstehen

Das klingt wie eine geballte Ladung Theorie. Aber wenn die Kultur anders tickt als die Prozesse, haben wir drei Optionen: Wir können die Kultur ignorieren und „das Projekt durchziehen“. Manche von uns können die Kultur intuitiv verstehen und treffen „aus dem Bauch“ den richtigen Ton. Für alle anderen hilft das Verstehen der Mechanismen in Organisationen. Sie werden in diesem Buch fündig.

Mit dieser theoretischen Grundlage gehen wir an praktische Vorgehensmodelle, um Teams für Digitalisierungsprojekte zu mobilisieren und die wirklichen Anforderungen an technische Lösungen zu erkennen. Und die bringen Prozessmanager:innen in die Digitalisierungsprojekte ein. Dazu erläutert das Buch, wie man treffende Prozessmodelle erstellt und für die Führung in Veränderungen nutzt. Gerade diesen Part der Digitalisierung sollten Prozessmanager:innen und Führungskräfte nicht den Techniker:innen überlassen. Das Buch bietet dazu das Methodenwissen zur Modellierung und das technische Verständnis, um IT-Projekte aus der Prozessperspektive zu steuern.

Für wen ist das Buch?

Für wen ist das Buch geschrieben? Für Menschen, die die Zusammenarbeit in Prozessen verbessern wollen – und dazu um Digitalisierung nicht herumkommen: Führungskräfte in Teams, die Verantwortung für Prozesse übernehmen. Prozessmanager:innen und Berater:innen, die diese Führungskräften und die Teams in der Veränderung unterstützen. Studierende, die sich auf diese Jobs vorbereiten wollen.

Aus dem Inhalt

In Teil 1 geht es um die Grundlagen von Prozessen an der Oberfläche und analoger Kultur „im Bauch“ der Organisation. Die Kapitel heißen „Wozu sind Prozesse gut?“, „Prozesse und Führung“, „Verantwortung in Prozessen“, „Das Ohr für die Bassmelodie“, „Wie geht Veränderung“, „Prozessmanagement als Teamentwicklung“.

Teil 2 stellt Methoden zum Vorgehen in Projekten vor. Diese kann man in dieser Abfolge nutzen oder auch als Werkzeuge in das eigene Methodenarsenal für das Prozessmanagement übernehmen. Die Kapitel heißen: „Teams mobilisieren“, „Den Prozess verstehen“, „Prozesse modellieren“, „Mit Modellen arbeiten“, und „Prozesse digitalisieren“.

P.S.: … und ich lerne gerade, das gendern nicht weh tut.