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Wie Sie die Qualität im Team wieder aufbauen:

Manchmal hat man das Gefühl, dass sich der Schlendrian langsam, aber sicher im Team einnistet. Was kann man tun gegen den schleichenden Verlust an Qualität im Team? Die erste Führungsaufgabe ist es, die Entwicklung anzusprechen. Wer immer diese Wahrnehmung in die Kommunikation bringt, übernimmt damit Führung. Auch wenn Sie Ihr diffuses Gefühl noch nicht mit harten Fakten belegen können – sprechen Sie Ihr Team darauf an.

Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Team auf diese Arbeit einstimmen. In dem Leitfaden zum Download erhalten Sie einen bewährten Ablauf für einen Halbtages-Workshop.

Außenwahrnehmung ist wichtig

Wenn Sie ihr Team zusammentrommeln, gilt es zunächst zu klären: Haben wir da ein Thema, über das wir reden müssen? Dazu muss das Team in die Außenperspektive kommen – wie sehen Kunden, Lieferanten, andere Abteilungen im Unternehmen oder auch die Geschäftsführung die Leistungen? Wenn Sie Rückmeldungen von außen haben, bringen Sie diese hier ein.

Kritisches Feedback von außen ist wichtig, darf aber nicht als Ohrfeige für die Mitarbeiter ankommen. Dann kann es helfen, das Feedback von außen dem Selbstbild des Teams gegenüberzustellen. Wenn es eine Diskrepanz gibt zwischen dem Selbstbild und dem Fremdbild, dann hat man offensichtlich ein Thema. Und darum soll es gehen.

Es geht um die Prozesse im Team

Arbeiten Sie zunächst heraus, in welchen Prozessen Ihr Team arbeitet. Jeder Leistung, die ihr Team erbringt, liegt ja ein Prozess zugrunde. Und in dem Prozess hat das Team die gemeinsame Verantwortung für die Qualität. Die einzelnen Mitglieder verantworten den Beitrag aus den Aktivitäten, die sie im Prozess erledigen, das Team verantwortet die Zusammenarbeit und das Gesamtergebnis.

Darum ist es gut, wenn Sie den Prozess oder die Prozesse in Ihrem Team benennen und unterscheiden. Die einzelnen Prozesse sind besser zu bearbeiten als eine diffuse Gesamtleistung des Teams. Schauen Sie jetzt, ob alle im Team die gleiche Vorstellung von den einzelnen Aufgaben im Prozess haben. Vielleicht sind sie sich darüber gar nicht so einig. Wer soll welche Aufgaben erledigen und vor allem: Was wird als Ergebnis jeder einzelnen Aktivität erwartet? Hierüber kann es in Teams schnell eine Diskussion oder gar Streit geben. Aber genau der hilft hier.

Erwartungen an jede Aktivität

Wenn Sie die Erwartungen an die Ergebnisse der Aktivitäten geklärt haben, schreiben Sie auf, was am Ende jeder Aktivität erwartet wird. Was sind die Kriterien dafür, dass ich „Fertig!“ zurückmelden kann? Diese Abgrenzung ist der Schlüssel für Qualität im Team.

Wenn das Team über den Prozess spricht, dann stellt sich auch die Frage nach der Reihenfolge und dem Zuschnitt der Aufgabenpakete. Kann man Arbeiten zusammenfassen oder besser aufteilen? Ist die Reihenfolge noch angemessen – oder können Dinge parallel laufen? Und wie sollen die Informationen von einem zum anderen gehen? Nutzen wir alle die gleichen Medien? Oder führen wir Informationen redundant in verschiedenen Formaten? Wie können wir die Zusammenarbeit mit Digitalisierung verbessern?

Unterschwellige Konflikte blockieren das Team

Manchmal leidet die Zusammenarbeit aber auch daran, dass die Mitglieder unterschiedliche Erwartungen aneinander stellen. Oft werden „Underperformer“ identifiziert, die scheinbar die Leistung des Teams herunterziehen. Häufig werden diese Konflikte nicht offen ausgesprochen und wirken umso mächtiger unter der Oberfläche. Diese unterschwelligen Störungen zeigen sich darin, dass sich die Diskussion zu den oben genannten Punkten immer wieder im Kreis dreht. Dann ist offenbar das Thema ein anderes. An dieser Stelle kommen Führungskräfte an die Grenzen dessen, was intern noch zu moderieren ist. Hier ist Moderation von außen gefragt.

Download: Leitfaden für Prozessworkshop

Wenn Sie einen Prozessworkshop mit Ihrem Team planen, geht es vor allem darum, dass die Mitglieder ein gemeinsames Bild auf den Prozess erwerben und zusammen eine Vorstellung entwickeln, wie die Zusammenarbeit in der Zukunft aussehen soll. Wenn Sie diese Grundlage geschaffen haben, können Sie mit dem Team tiefer einsteigen. Dann wird auch die gute Modellierung der Prozesse wichtig. Aber erst dann.

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